Streuobstpflege

Die Pflege von Obstbaeumen in Hausgaerten und Streuobstbestaenden konfrontiert selbst Fachleute aus den gruenen Berufen wie Landschaftsgaertner und Baumpfleger mit der Frage: Wie geht denn das?
Viele Tipps und Rezepte werden weitergereicht, in Volkshochschulen und Gartenbauvereinen Schnittkurse angeboten. Leider wird dort oft ein Schnitt fuer Intensivanlagen vermittelt, der sehr aufwaendig ist und falsch angewendet zu katastrophalen Ergebnissen fuehrt. Die Folge sind Baeume, die wenig tragen und durch starken Neutrieb viel Arbeit machen, die im schlimmsten Fall eine deutlich verkuerzte Lebenszeit vor sich haben.

Wir biete Schnittkurse an, die in einen effektiven und baumgerechten Schnitt einfuehren, der keinen Rezepten folgt, sondern mit Kenntnis physiologischer Gegebenheiten der Pflanzen die Beduerfnisse von Mensch und Baum optimal austariert. Ein Schnitt, der den Baumbesitzern viel Obst beschert und auch die Pflege von Streuobstbestaenden bezahlbar bleiben laesst. Auf die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Obstarten und Sorten wird ausfuehrlich eingegangen und eine Grundkenntnis der wichtigsten Schadbilder an Obstgehoelzen vermittelt.


Wir bieten bundesweit Schnittkurse fuer effektiven und baumgerechten Obstbaumschnitt an.
Ausserdem fuehren wir selber Schnittauftraege aus.


Effektiver und baumgerechter Schnitt von Streuobstbaeumen



Wie soll ein alter, ungeschnittener Obstbaum geschnitten werden? Die Meinungen gehen weit auseinander.

Ein Schnitt sollte:


  • Wenig Aufwand bedeuten
  • Wenig neue Schnittarbeit erzeugen
  • Das Gleichgewicht zwischen Trieb und Ertrag bewahren
  • Den Baum erhalten, d.h. wenig und nicht zu grosse Wunden erzeugen, sowie die Bruchgefahr zu langer Aeste reduzieren
  • Die Ertragsflaeche wieder vorsichtig in Bodennaehe zurueckfuehren

Schauen wir uns mal an einem Baum an, wie sich verschiedene Schnitte auswirken.






Ein ungeschnittener Altbaum. Die unteren Kronenpartien sind ueberbaut, das Kroneninnere dicht und dunkel. Qualitativ gute Fruechte wachsen im aeusseren Kronenbereich.
"Der muss gestutzt werden!
"Der muss ausgeputzt werden!"






Er wurde "gestutzt". Das Kronenvolumen wurde drastisch reduziert, grosse Aeste willkuerlich in "Bubikopfmanier" abgeschnitten. Der Baum hat kaum noch junges Fruchtholz, an dem er tragen koennte. Die grossen Wunden sind so geschnitten, dass sie schlecht verheilen.






So sieht der Baum ein Jahr spaeter aus: An den Schnittstellen ein starker Neutrieb. Der Baum versucht, den Verlust auszugleichen. Die Kraft geht in den Neutrieb, es werden kaum Bluetenknospen fer das naechste Jahr angelegt.
"Ein treibender Baum traegt nicht"






Der Baum wurde "ausgeputzt". Die Leitaeste wurden im Kroneninnern von Trieben gesaeubert, einige Aeste im oberen Bereich entnommen. Die Ertragsflaeche bleibt im Aussenbereich, die Aeste sehr lang und damit bei hohen Ertraegen bruchgefaehrdet.







Der ausgeputzte Baum im Folgejahr: Der Baum hat an den vielen kleinen Schnittstellen im Kroneninneren Neutriebe gebildet. Der Neutrieb ist nicht so stark wie beim "gestutzten" Baum, aber stark genug, dass die Arbeit nicht ausgeht!






So sieht ein effektiver und baumgerechter Schnitt aus: mit wenigen, nicht zu grossen Schnitten wurden ueberbauende Kronenpartien entfernt. Das reichlich belassenen Fruchtholz wurde leicht ausgelichtet.






Der Baum im Folgejahr: An den Schnittstellen kommt ein leichter Neutrieb, auch im besser belichteten Kroneninneren hat sich ein leichter Neutrieb gebildet. Das Gleichgewicht zwischen Neutrieb und Ertrag ist gewahrt, der Baum ruhig.






Wie geht es weiter? Im 2. Jahr wird die Feinarbeit gemacht: Der Neutrieb wird ausgelichtet, das alte Fruchtholz weiter ausgelichtet, um die Fruchtqualitaet zu erhoehen und die Bruchgefahr der Aeste zu reduzieren.


 
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